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Metta-Praxis

Praxis Metta-Meditation

Ziel der Meditation ist unter anderem, Herzensgüte zu entwickeln und die Grenzen des beschränkten Ich zu erweitern und schließlich zu überwinden.
Die liebende Güte wird für verschiedene Wesen entwickelt.

Im einzelnen ist dies zunächst der Meditierende selbst, dann ein Mentor bzw. Wohltäter, eine neutrale Person und schließlich ein „Feind“.

Wir beginnen bei uns selbst

Wir sprechen und wiederholen mit der inneren Stimme bzw. „atmen“ u.a. folgende Sätze:

„Möge ich frei sein von Gefahr, ....., möge ich glücklich sein“

Die Sätze sind keine Suggestionen oder magische Beschwörungen.
Sie sollen wie Samen in die Erde unserer Gefühle gelegt werden und sich dort im Laufe der Zeit entfalten.

„Meditationstechnisch“ sind die Sätze auch Objekte unserer Aufmerksamkeit, zu denen wir zurückkehren, wenn wir von den Gedanken und Gefühlen der Sätze abschweifen. Natürlich konzentrieren wir uns nicht mechanisch auf das unabgelenkte Wiederholen der Sätze, sondern geben diesen in unseren Gefühlen und Gedanken Raum zur Entfaltung

Selbsterkenntnis durch Akzeptanz

Mit der Übung lernt man, sich selbst besser zu akzeptieren. Der besondere, paradoxe Effekt ist dabei der, dass man sich nicht durch eine rosa Brille sieht und gegenüber seinen Schwächen blind wird.
Im Gegenteil, erst durch die bedingungslose Selbstakzeptanz kommt man in die Lage, seine Schwächen und verleugneten Probleme wahrzunehmen und die damit verbundenen negativen Gefühle zuzulassen.

Die Annahme der eigenen Schwächen ist damit ein Akt, sich der Realität zu stellen, auch harte Arbeit im Sinne des Zen, sein Ego, seine Verblendungen loszulassen. Getragen von der Liebe, ist dies jedoch ein zwar sanfter, aber sehr wirksamer und nachhaltiger Weg, da die Aussöhnung mit sich selbst befreit und Kraft gibt, Kraft, weiterzugehen und sich zu verändern.
Mit der Akzeptanz meiner Selbst und des Narren in mir, habe ich dann auch weniger Probleme mit meinen Mitnärrinnen und –narren.

Warum tue ich mir das an?

Wenn man sich selbst Glück und Wohlergehen wünscht, drängen sich natürlich auch Fragen dazu auf, warum man sich selbst schädigt und sich oft überhaupt nicht rücksichts- und liebevoll gegenüber sich selbst verhält:
„Warum malträtiere ich meinen Körper mit Nikotin, Alkohol, fast Food, zu lauter „Musik“ usw.?“
„Warum beleidige ich Geist und Seele mit TV-Müll?“
„Warum setze ich nicht um, wovon ich „eigentlich“ überzeugt bin?“
„Warum folge ich nicht konsequent meinem Weg?“

Erst wenn ich diese Verhaltensweisen als Selbstschädigung und mangelnde Liebe mir selbst gegenüber zutiefst erkenne und zunächst akzeptiere, bin ich bei meiner Narrennatur, bei der Realität, erkenne die Konzepte und Verblendungen, die mir mein bisheriges Verhalten auferlegt haben.

Das Ändern des lieblosen Verhaltens gegenüber sich selbst bekommt aus dem beschriebenen Blickwinkel der Liebe einen ganz anderen Charakter:
Der Verzicht auf Selbstschädigung z.B. durch Alkohol, Nikotin, Übergewicht etc. stellt damit keinen genussfeindlichen Verzicht, blutleere Askese, sondern eine Befreiung von Abhängigkeit dar, die den Genuss der Freiheit bringt.

Das umzusetzen, was man „eigentlich“ für richtig hält, erkennt man als Wohltat sich selbst gegenüber. In Übereinstimmung mit sich zu leben setzt mehr Energie frei als die Überwindung äußerer und innerer Hindernisse kostet.